Wir verlassen den europäischen Kontinent

Nachdem wir im Internet gelesen hatten, dass man eine Vollmacht vom Fahrzeughalter benötigt, um in die Türkei einreisen zu können, waren wir uns nicht so sicher, dass die Einreise problemlos werden würde. Durch nächtliches Froschgequake etwas unausgeschlafen machten wir uns in Richtung Grenze auf, in Gedanken schon bereit, die nächste Woche noch in Griechenland zu verbringen um auf die fehlende Vollmacht zu warten.

Der Grenzdurchgang war im Endeffekt unproblematisch, keiner wollte eine Vollmacht sehen und alles passte. Nachdem ein mürrischer Grenzer sich alle Boxen einmal angesehen hatte und auf die Behauptung, dass wir eine Küche auf der Anhängerkupplung haben etwas irritiert guckte wurden wir durch insgesamt drei Stationen geschleust. Das ganze dauerte dann auch nur 2 Stunden obwohl gerade einmal 15 Autos in der Schlange vor uns standen. Jedoch haben wir in Georgien von einem Pärchen erzählt bekommen, dass sie eine Woche in Griechenland warten mussten, da sie ohne Vollmacht des Fahrzeughalters (ebenfalls auf ein Elternteil zugelassen) nicht in die Türkei einreisen könnten. Also hatten wir ganz schön Glück!

Nach erfolgreicher Einreise machten wir uns auf den Weg nach Istanbul. Um zu unserem Hostel in Kadıköy auf der asiatischen Seite Istanbuls zu kommen, mussten wir einmal komplett durch die gesamte Stadt fahren, was zu einem Spektakel mit 10-spurigen Autobahnen, wirren Autobahnkreuzen gefüllt mit dichtestem Feierabendverkehr wurde. Dort angekommen wurde unser Auto für 3€ pro Tag am Wasser auf einem Parkplatz abgestellt und wir machten uns auf zum Hostel.

Das Hostel liegt mitten in einer ziemlich belebten Gegend, in denen viele Bars und Restaurants sind. Hier kann man auf jeden Fall an so ziemlich jedem Wochentag bis spät in die Nacht in hippen Bars versacken.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg auf die europäische Seite Istanbuls. Hier befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten. Wir sind alle vier Tage zwischen den Kontinenten gewechselt, die Fahrten auf dem Bosporus sind einfach nur schön! Wir haben die Istanbulcard, die man mit etwas Geld auflädt und an jedem Eingang einer Station wird abgebucht. Der Preis für die Überquerung sind 3 Lira also knapp ein halber Euro.

Auf der europäischen Seite angekommen machen wir uns auf zu einem der Touristenattraktionen, dem Gewürzbasar. Dieser Basar ist etwas kleiner als der Große Basar (achso) und angeblich etwas weniger mit Touris gefüllt. Naja.

Der große Basar ist deutlich größer als der Gewürzbasar. Hier findet man wirklich alles was das Touri- Herz begehrt und noch vieles mehr. Die Preise direkt auf dem Basar sind natürlich deutlich höher als wenn man in den kleinen Nebengassen nach einem Andenken an die Reise sucht.

Einen Ort den wir gerne teilen möchten haben wir durch Zufall auf maps.me gefunden. Unweit des großen Basars fanden wir einen Ort, der mit “Roof of Istanbul” betitelt ist. Wir irrten ein bisschen umher, denn die vielen verschachtelten Hinterhöfe machen es einem oftmals nicht leicht. Nachdem wir ein zweites Mal um den Häuserblock gelaufen sind bekamen wir in einem Hinterhof von einem Mann eine Treppe gezeigt. Diese stiegen wir hoch und noch ein paar mal links und rechts und da waren wir. Wir kamen in einer Art Atelier an und wurden freudig vom Inhaber begrüßt, der uns auf die Terrasse führte. Der Ausblick auf Istanbul von dem Jahrhunderte alten Gebäude aus ist einmalig! Bei Instagram ist der Ort unter dem Namen Kubbe.Istanbul zu finden. Der Ausblick auf den Bosporus ist einmalig und vllt findet man auch das ein oder andere Kunststück, dass man sich kaufen möchte.

Bei Sonnenuntergang ist eine Fährfahrt von der Europäischen Seite auf die Asiatische Seite auch sehr zu empfehlen. Bringt man ein bisschen mehr Zeit mit, kann man auch gut eine 2.5 stündige Bootsfahrt auf dem Bosporus machen. Hierbei aber das öffentliche Boot nehmen, dann zahlt man nur einen Bruchteil dessen, was die privaten Anbieter verlangen

Als nicht-Vegetarier sollte man in Kadıköy unbedingt in einem der drei Läden mit dem Namen Borsam Lahmacun essen.

Raus aus der Stadt

Nachdem wir uns einige (im Nachhinein unnütze) Stunden mit den Tücken des türkischen Mautsystems beschäftigt hatten und endlich einen Aufkleber auf der Scheibe hatten, ging es raus aus der Stadt in Richtung Süden mit der Hoffnung mal wieder eine ruhige Nacht verbringen zu können. Die Nächte in Istanbul waren nämlich relativ unerholsam, da wir ein Hostel ohne Klimaanlage gebucht hatten und mit offenen Fenstern an der Barmeile trotz Oropax nicht besonders gut schlafen konnten. Als die Dämmerung einsetzte suchten wir einen Platz und dachten, dass wir auf einem Parkplatz an einem Stausee gute Karten haben würden. Bei den drei Anglern, die noch auf dem Parkplatz parkten rechneten wir damit, dass diese im Laufe der Nacht auch verschwinden würden. Aus der ruhigen Nacht wurde jedoch ein halbstündiges Kommen und Gehen von Autos und noch mehr Menschen. Als wir um halb 4 morgens dann von einer röhrenden, laut scheppernden Karre mit voller Besatzung direkt neben uns wach gemacht wurden, mussten wir dann doch nochmal auf einen anderen Platz in der Nähe umziehen um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Der Start in der Türkei ist anstrengend!

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